1905 bis 1907
Der Hauptsammler (der Haupt-Abwasserkanal der Stadt) wird in Form eines gemauerten Ei-Profils gebaut. DN 1950/1500
April 1906
Inbetriebnahme der 1. Kläranlage mit 6 durchflossenen Faulbecken und Hochwasserpumpwerk.
1926
Errichtung eines Schlammfaulraumes mit Heizung und Schlammpumpwerk.
1958-1963
Ausbau der mechanischen Reinigung mit Rechenanlage und Sandfang.
Neubau eines zweistufigen biologischen Teils mit Tropfkörper, Belebungsbecken und Nachklärbecken.
Ausbaugröße ca. 100.000 EW
Neubau eines beheizten Schlammfaulraumes.
1969
Erweiterung der Schlammfaulung durch einen weiteren beheizten Schlammfaulraum.
1975-1981
Umfassende Erweiterung aller Behandlungsteile zum Zentralklärwerk für die gestiegenen Belastungen aus der Stadt Gießen und für die Abwasserbehandlung der Abwasserverbände Kleebach, Wiesecktal sowie Orts¬teile der Gemeinden Wettenberg und Fernwald.
Ausbaugröße 250.000 EW.
1981-1989
Während dieses Zeitraumes erfolgten Baumaßnahmen zur Steigerung der Betriebssicherheit, Energieeinsparung und Eigenstromerzeugung.
Unter anderem wurde ein drittes Nachklärbecken und eine Überschuss-Schlammentwässerung gebaut.
1992-1996
Mit dem „Ersten Spatenstich” am 07.02.1992 für die Erweiterung des biologischen Teils, für den gezielten Abbau von Phosphor und Stickstoff, beginnt eine neue Epoche in der Abwasserreinigung.
Hierfür wird der biologische Teil von 6.600 m³ auf rd. 27.000 m³ Beckenvolumen vergrößert.
Neue Ausbaugröße 230.000 EW.
1996-2000
Erweiterung der Nachklärung um ein 4. Becken. Optimierung der vorhandenen Nachklärbecken. Erhöhung des maximalen Mischwasserzuflusses von 1.264 auf 1.500 l/s.
1998
Anschluss der Gemeinde Heuchelheim an das Klärwerk Gießen
2006
Im Frühjahr 2006 wurden weitere Ortsteile von Hüttenberg über den Kleebachsammler ans Gießener Klärwerk angeschlossen. Gleichzeitig wurde zu diesem Anlass die vorerst letzte Ausbaustufe mit einer Erweiterung von 207.000 auf 300.000 Einwohnergleichwerte (Aufstockung der Belebungsanlage von sechs auf acht Becken, sowie der Nachklärung von vier auf fünf Becken) in Betrieb genommen. Stilllegung der soge¬nannten „Altanlage” beste-hend aus Tropfkörper, Belebungsbecken und Nachklärung.
2009
Fertigstellung und Bezug eines neu erbauten Mehrzweckgebäudes. In diesem Gebäude sind unter¬gebracht: Laborräume, Indirekteinleiterüberwachung, Betriebswerkstätten sowie Büros.
2010
Fertigstellung und Inbetriebnahme:
• einer neuen Rechenanlage mit Press- und Förder¬systemen.
• einer Regenwasserentlastungsanlage im Haupt- und Kleebachsammler
• Baubeginn zur Erweiterung der Schlammbehandlungsanlagen
2015/2016
Rund 110 Jahre nach dem Bau des Hauptsammler-Kanals erfolgt eine Inspektion des Bestandskanals mittels TV-Kameratechnik. Von der Bahnhofstraße/Ecke Alicenstraße bis zum Klärwerk in der Lahnstraße werden rund 1,5 Kilometer Kanal auf seinen Zustand überprüft.
2018
Zum bestehenden alten Hauptsammler-Kanal wird ein neuer Bypass zwischen Sieboldstraße und Lahnstraße gebaut = 1. Bauabschnitt. Länge: 168 Meter, Drachenprofil DN 2000. Darüber hinaus wird ein Teil des alten Hauptsammlers von 1905 zwischen der Bahnhofstraße und der Sieboldstraße mittels Schlauchliningtechnik auf etwa 112 Metern saniert.
2019
Inbetriebnahme einer modernen Anlage zur Abtrennung von Feststoffen und Schadstoffen aus dem Abwasser (Fällmittel-Dosierstation). Mit dieser Investition wird der im März 2020 gesenkte Phosphat-Ablaufgrenzwert (von 1 mg/Liter auf 0,2 mg/Liter) bereits seit 2019 zuverlässig eingehalten und die Belastung der Lahn entscheidend verringert.
Im Belebungsbecken 6 werden die Belüftungssysteme modernisiert.
2021
Im Belebungsbecken 7 werden die Belüftungssysteme modernisiert.
Rund 460 Meter des Hauptsammler-Kanals werden ab der Höhe Meisenbornweg/Lahnstraße, Richtung Klärwerk bis zum Hüttenweg, mittels Schlauchliningtechnik saniert.
2022
Im Belebungsbecken 8 werden die Belüftungssysteme modernisiert.
2023
Fertigstellung und Inbetriebnahme von drei neuen BHKW-Modulen inklusive Klärgasaufbereitung sowie vier neuen magnet-gelagerten Verdichterstation. Errichtung eines neuen Notstromaggregats und Erneuerung der Mittelspannungs-Schaltanlagen sowie der NSHV. Die Anlagen wurden auf Energieeffizienz optimiert und der elektrische Wirkungsgrad wurde verbessert. Das Klärwerk Gießen ist auf dem Weg zur Energie-Autarkie.
Im Belebungsbecken 5 werden die Belüftungssysteme modernisiert.
2024
Im Belebungsbecken 4 werden die Belüftungssysteme modernisiert.
2025
Die Belüftungssysteme im Belebungsbecken 3 wurden modernisiert. Durch die optimierte Belüftung wird der Energieverbrauch gesenkt und die Betriebssicherheit gesteigert, da die neuen Systeme besser auf die wechselnden Belastungen im Abwasser reagieren können.
2026
Inbetriebnahme einer neuen Zentrifuge zur Klärschlammentwässerung im September. MWB treibt die energetische Optimierung des Gießener Klärwerks voran. Sie ersetzt eine Technik aus den 1990er Jahren. Im Zuge der Erneuerung der Zentrifuge wurde die dazugehörige Infrastruktur modernisiert – unter anderem neue Pumpen, Schieber, Ventile und Rohrleitungen sowie die Elektro- und Leittechnik. Auch der Elektronikraum wurde baulich erweitert, um Platz für die Mess , Steuer und Regeltechnik zu schaffen. Diese Investition stärkt die Energieeffizienz des gesamten Anlagenverbunds und reduziert den Energiebedarf.
Neubau Hauptsammler - 2. Bauabschnitt: Im Sommer/Herbst 2026 werden rund 740 Meter neuer Hauptsammler-Kanal gebaut. DN 2000, Drachenprofil, Stahlbeton mit Kunststoff-Auskleidung. Er verläuft in rund vier Metern Tiefe entlang der Böschung der Lahnwiesen bis auf Höhe der Kleingärtenanlage in der Nähe des Meisenbornwegs und bildet die Verbindung zu den Linersanierungen aus den Jahren 2018 und 2021.
Errichtung neuer oberirdischer Luftleitungen an den Belebungsbecken 5 bis 8. Damit wird eine wichtige „Lebensader“ der biologischen Stufe modernisiert. Gleichzeitig werden Kontrolle, Wartung und Instandhaltung künftig deutlich erleichtert.


Kontakt
MWB – Mittelhessische Wasserbetriebe
Alicenstraße 33
35390 Gießen







