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Das Starkregenereignis, das die Stadt Gießen am 29. Mai 2018 überraschte, wurde durch das Institut für technisch-wissenschaftliche Hydrologie GmbH Hannover auf seine Intensität überprüft. Das Regenereignis zieht in einem Zeitraum von 16:00 bis 20:00 Uhr von Süden nach Norden über Gießen, wobei sich intensive Regenzellen kurzfristig und kleinräumig über das Stadtgebiet entwickeln.

Für die Analyse des Ereignisses wurden Daten aus Regenschreibern an drei Standorten ausgelesen. Regenschreiber zeichnen die Höhe des Wasserspiegels in einem Messgefäß über die Zeit auf. Jeweils einen Regenschreiber besitzt die Stadt Gießen in Wieseck und auf dem Klärwerk mit stündlicher Auflösung. Ein Regenschreiber des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit minutiger Auflösung ist in Wettenberg stationiert.

Des Weiteren wurden Daten des nächst nahegelegenes Regenradars Offenthal herangezogen. Mithilfe des Regenradars kann in einem begrenzten Umkreis der Wassergehalt einer Wolke gemessen werden, welcher wiederum Rückschlüsse auf den Niederschlag zulässt.

Die Entfernung der Regenschreiber in Gießen/Wettenberg zum Radarstandort in Offenthal und die Höhenmessung des Radarregens wurden ermittelt und auf physikalische Einflüsse korrigiert.

Die Bewertung der Ergebnisse erfolgt auf Basis der korrigierten Radarregendaten und durch den Vergleich der Radarregenhöhen mit den Bodenbeobachtungen der verfügbaren Regenschreiber.

Die ereignisspezifische Aufbereitung der Radardaten ist im Video Download unter Erzeugung 1-minütlicher Radarbilder durch raum-zeitliche Interpolation unter Verwendung von Bewegungsvektoren von je 5 Minuten zu sehen. Es ist erkennbar dass die Innenstadt am meisten betroffen war. Dort stiegen die Regenhöhen bis zu 78mm/Minute.

 

bi Giessen Karte hN

 

Damit sind für dieses Ereignis die Ereigniswiederkehrzeiten (nach KOSTRA-DWD-2010R) überwiegend im Bereich von 100a einzuordnen. Das bedeutet, dass es sich um ein Jahrhundertereignis handelt, entspricht etwa dem Ausdruck „seit Menschengedenken“.

 

bi Giessen Karte Kostra T

 

Zusätzlich zu der Einordnung des Ereignisses erfolgt eine Bewertung des Ereignisses gemäß dem Starkregenindex (SRI). Die Einordnung im Bereich Gießen liegt bei SRI = 7 (außergewöhnlicher Starkregen).

Detaillierte Informationen zu der Auswertung dieses Starkregenereignisses kann dem Erläuterungsbericht „Radar-Starkregenauswertung“ des Instituts für technisch-wissenschaftliche Hydrologie GmbH entnommen werden. Download Radar-Starkregenauswertung