bi Jakarta
Beim Unterzeichnen der Absichtserklärung: v.l. Yudi Indargo, Direktor der Wasserwerke in Jakarta, Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich, Indonesiens Botschafter Eddy Pratomo und Clemens Abel, Leiter der MWB.

GIESSEN - (atb). In Jakarta, einer Stadt mit elf Millionen Einwohnern, ist die Abwasser- und Abfall-Entsorgung unzureichend. Teilweise fließt das Abwasser oberirdisch ab. Wenn ein Fluss über die Ufer tritt, vermengt sich das Abwasser, Bakterien verbreiten sich. Kinder spielen auf den Straßen. Um diese Situation weiß Diplom-Ingenieur Clemens Abel von den Mittelhessischen Wasserbetrieben (MWB) der Stadt Gießen, der die Umstände auf einer privaten Reise kennenlernte.

Die Leitung der indonesischen Stadt will nun eine Verbesserung der Lage. Im August informierte sich Dr. Eddy Pratomo, indonesischer Botschafter in Deutschland, über die Abwasserbehandlung und Abfallverwertung bei den MWB. Nun besuchte eine Delegation aus hochrangigen Mitarbeitern der Stadt Jakarta und seines Abwasserbetriebs PD PAL Gießen und dabei das Klärwerk und die Abfallverbrennungsanlage.

Doch beim Besuch soll es nicht bleiben. Eine Absichtserklärung zur künftigen technischen Zusammenarbeit im Bereich Abwasser/Reinigung/Ableitung mit besonderem Augenmerk auf dem Bereich Umweltschutz unterschrieben die Vertreter der Stadt Jakarta am Dienstag im Rathaus. Dabei soll beispielsweise technisch unterstützt und indonesisches Personal fortgebildet werden. Außerdem soll die Technische Hochschule Mittelhessen mit Know-how im Bereich Abwasser-, Abfall und Energieanlagen zur Seite stehen. Ebenfalls wird die Technische Universität Darmstadt im Bereich „semizentrale Entsorgungssysteme für Megastädte in Asien“ helfen.

Die Umsetzung der Vorhaben in Jakarta nach dem Vorbild der in Gießen angewandten Energiekonzepte und Technologien kann zu einer CO2-Einsparung führen, die dem zweifachen Potenzial der gesamten Abfall- und Abwasserwirtschaft Hessens entspricht. Hinzu kommt der für Deutschland und Hessen nicht minder wichtige Aspekt, dass die Zusammenarbeit mit deutschen Fachleuten in der Planung, Umsetzung, Organisation und Ausbildung eine bedeutende Chance für unsere heimische Wirtschaft darstellt. Alleine in Jakarta werden im Abwasser- und Abfallsektor in den nächsten 20 Jahren mehrere Milliarden Euro investiert werden. Andere Städte in dem aufstrebenden Schwellenland Indonesien mit knapp 250 Millionen Einwohnern sollen dann dem Beispiel Jakartas folgen.

Die Absichtserklärung unterzeichneten Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich, Clemens Abel, Yudi Indargo, Direktor Managing der indonesischen Wasserwerke, und der Botschafter. Die Bürgermeisterin stellte den Gästen auf Englisch Gießen vor, sprach von Justus Liebig, Mathematik und der Landesgartenschau. Sie nannte Gießen eine internationale Stadt.

Bericht: Gießener Anzeiger vom 18.12.2013