bi TSM-Zertifikat

ZERTIFIZIERUNG Mittelhessische Wasserbetriebe in Gießen leisten „gute Arbeit“

GIESSEN - (atb). „Das Ergebnis zeigt, dass die Mittelhessischen Wasserbetriebe gute Arbeit machen“, sagte stolz Clemens Abel, Leiter der MWB anlässlich der Übergabe des Zertifikates für das Technische Sicherheitsmanagement. „Wir können das jetzt gegenüber unseren Kunden dokumentieren, die sich darüber normalerweise keine Gedanken machen, wenn sie die Toilettenspülung betätigen. Das macht uns zu einem vorbildlichen Betrieb“, freute er sich und lobte in diesem Zusammenhang die Mitarbeiter des Betriebes, die am erfolgreichen Zertifizierungsverfahren beteiligt waren. Bei der MWB sind rund 80 Mitarbeiter beschäftigt. Abel erklärte, dass die Anforderungen an den Betrieb einer Kläranlage durch den Erlass neuer Gesetze und Vorschriften im vergangenen Jahrzehnt drastisch an Umfang und Komplexität zugenommen hätten. Neben Nachweisen der ausreichenden Abwasserreinigung betreffe dies auch den sach- und ordnungsgemäßen sowie wirtschaftlichen Betrieb der Anlage und die Arbeitssicherheit.
Das Zertifikat, das die hohe Qualität des MWB-Klärwerkbetriebes bestätigt, überreichte feierlich in einem großen Bilderrahmen Diplomsbetriebswirtin Vera Heckeroth, Geschäftsführerin des Landesverbandes Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA). Sie ging auf die Geschichte der MWB im Verband ein. Man könne schon von einem Gründungsmitglied der Vereinigung sprechen, denn die MWB seien immerhin seit 58 Jahren Mitglied.
1934, so zitierte sie aus einem Schriftstück, habe die Stadt Gießen 35 958 Einwohner und einen durchschnittlichen Wasserverbrauch von 10 000 bis 13 000 Kubikmeter Wasser pro Tag gehabt. Heute verfüge Gießen „über eine der modernsten und bestens funktionierenden Kläranlagen, ausgelegt auf circa 300 000 Einwohner.“ Sie erläuterte, dass das Technische Sicherheitsmanagement (TSM) fordert, dass Aufgaben, Entscheidungsbefugnisse und Abläufe klar und widerspruchsfrei geregelt sind. Zudem müssten die Mitarbeiter des Unternehmens und auch die beschäftigten Fremdunternehmen qualifiziert sein. „Die wesentlichen Betrachtungsgegenstände oder Säulen des TSM sind die Aufbau- und Ablauforganisation und das Personal des technischen Bereiches eines Unternehmens“, formulierte Heckeroth.
Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich, Vorsitzende der Betriebskommission der MWB, freute sich über das Ergebnis der freiwilligen Überprüfung. Und sagte, es zeige, dass die MWB die täglichen Arbeiten im Bereich der Abwasserentsorgung mit Sicherheit und System im Sinne einer guten Daseinsvorsorge für die Bürger erledige. Die Bürgermeisterin sagte, dass die Sicherheit und Qualität im Bereich Wasser Geld koste. Das wisse man. Je mehr man ins Umland komme, umso schwieriger werde es, wie etwa in Rabenau, das Wasser, mit entsprechenden Ver- und Entsorgungsleitungen anzubieten, und dies zu annehmbaren Preisen.
Unterstützt wurden die Vorbereitungen auf die Überprüfung durch den auf dem Gebiet des Technischen Sicherheitsmanagements ausgewiesenen Experten Dr. Rolf Wagner aus Darmstadt.

Gießener Anzeiger vom 02.05.2014, Foto: Bender